Viel Obst und Gemüse zu essen gehört mit zum ABC der gesunden Ernährung. Wer allerdings nach dem Verzehr von Obst, Fruchtsaft oder auch Honig und anderen Speisen mit Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall reagiert, verträgt möglicherweise den darin enthaltenen Fruchtzucker schlecht. Stellt der Arzt eine Fructose-Unverträglichkeit fest, muss die Ernährung individuell darauf abgestimmt werden.
Fruchtzucker ist nicht allein in Obst oder Obstsäften enthalten. Auch viele andere Lebensmittel, selbst Gemüse, Joghurt oder Müsli genauso wie manche Wellness-Produkte, weil sie damit gesüßt sind, enthalten Fructose. So kommt es, dass Betroffene nicht nur bei Obst Beschwerden haben. Diese entstehen, weil die normalerweise im Dünndarm aufgenommene Fructose in den Dickdarm weitergeleitet wird. Sobald Bakterien sie hier vor Ort abbauen, entstehen Fettsäuren und Darmgase, die die Beschwerden auslösen.
Der Arzt kann mit Hilfe eines Atemtests herausfinden, ob es sich tatsächlich um eine solche Unverträglichkeit handelt: Schätzungen zufolge sind davon zwei von drei Kindern und jeder dritte Erwachsene betroffen. Nicht zu verwechseln ist diese Unverträglichkeit mit der ererbten Fructose-Intoleranz, bei der es sich um eine seltene und schwere angeborene Stoffwechsel-Störung handelt, die in der Regel schon beim ersten Zufüttern im Kindesalter zutage tritt.
Ist eine Fructose-Unverträglichkeit bestätigt, muss ein individueller Ernährungsplan für jeden Patienten entwickelt werden. Die Ernährung ist dann schrittweise umzustellen: In der ersten Phase ist vollständig auf Obst, Trockenfrüchte, Fruchtsäfte und sämtliche Lebensmittel, die Zucker wie Sorbit, Mannit, Xylit, Maltit sowie Inulin enthalten, zu verzichten. Nach etwa zwei Wochen geht es in die Testphase. Dabei wird die Zufuhr von Fruchtzucker allmählich erhöht, die Verträglichkeit am besten mit täglich nur einem weiteren Lebensmittel getestet. Als Faustregel gilt: Je mehr Wasser ein Obst enthält, desto weniger Fruchtzucker steckt darin. Beim Gemüse liegen Avocados und Gurken im unteren Bereich. Gern berät Sie Ihr Apotheker zum Fructose-Gehalt verschiedener Lebensmittel und vermittelt Ihnen einen Ernährungsberater, der darauf achtet, dass Betroffene trotz der Einschränkungen dauerhaft über die Ernährung genug Vitamine und andere Nährstoffe aufnehmen.
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