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„Feuchte“ Wunden heilen schneller und besser
Von Internetapotheke 1-apo.de | 29.Januar 2010
Kleinere Wunden, Abschürfungen, leichte Verbrennungen und Schnitte ließ man früher an der Luft trocknen. Hatte sich dann Schorf gebildet, lief der Heilungsprozess „trocken“ unter dieser Kruste ab. Heute weiß man, dass ein leicht feuchtes Milieu der Wunde die Heilung um bis zu 40 Prozent beschleunigt. Grund dafür ist, dass die zur Wundheilung benötigten Immunzellen sich in einer feuchten Umgebung besser bewegen können. Auch Wachstumsfaktoren, Enzyme und Hormone können besser miteinander kommunizieren. Nässend sollen die Wunden jedoch nicht sein, da sich ansonsten das Infektionsrisiko erhöht und die Wundränder aufweichen.
Ein optimales Milieu lässt sich mit Hilfe von hydroaktiven Wundauflagen, Hydrokolloidpflastern sowie Wundheilgelen herstellen, die in der Apotheke frei verkauft werden. Das erst seit kurzem erhältliche Hydrokolloidgel enthält keine weiteren Wirkstoffe oder Alkohol. Es arbeitet auf einer rein physikalischen Basis. Bei trockenen Wunden – wie Abschürfungen – führt es Feuchtigkeit zu, bei nässenden Verletzungen wird die überschüssige Flüssigkeit gebunden. Neben der schnelleren Wundheilung hat die Verhinderung der Schorfbildung weitere Vorteile. Insbesondere Kinder kratzen den Schorf immer wieder ab und bringen die Wunde erneut zum Bluten. Der Heilungsprozess wird hierdurch unterbrochen, es können Narben entstehen. Durch das Wundheilungsgel werden Juckreiz und Schmerzen gemindert, zudem hat das Gel einen Kühleffekt. Sollten sich Narben bilden, werden diese weniger stark ausgeprägt.
Geeignet ist das Gel bei allen kleineren Wunden, die nicht stark nässen oder infiziert sind. Eine vorherige spezielle Desinfektion ist normalerweise nicht nötig, wenn die Wunde nicht stark verschmutzt ist. Eine Reinigung mit sauberem Trinkwasser reicht aus. Jodhaltige Desinfektionsmittel stören bei häufiger Anwendung eher die Wundheilung. Das Gel wird ein- bis zweimal täglich aufgetragen. Eine Abdeckung mit einem Wundpflaster ist nicht unbedingt nötig. Wird ein Pflaster verwendet, sollte es an den Rändern offen sein.
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